Interviews 2011

Aus postfossil mobil
Wechseln zu: Navigation, Suche

I Want To Ride My Bicycle...

München - die selbsternannte Radlhaupstadt. Einiges hat sich in letzter Zeit getan. Die Beschilderung der Radwege ist besser, Radln in Einbahnstraßen entgegen der Fahrtrichtung wird ausgeweitet und die Radstreifen sind deutlicher markiert. Und bei der Wies'n sind die phantasievollen Rikschas inzwischen eine feste Institution. Dass man mit dem Fahrrad auch große Lasten transportieren kann, erfähren wir bei einer Veranstaltung des Umweltvereins Green City...u.a. mit Dirk Brauer

LINK (Danke Mr.Knister)

Beitrag von Linnea Streit, Bund Naturschutz, Kreisgruppe München (www.bn-muenchen.de)

weitere Infos: http://www.greencity.de/themen/mobilitaet/u-turn/munchner-mobilitatskultur/

Interview: Tom Hansing im Gespräch mit dem Fahrraddoktor Wolfgang Mrosek


Lastenräder lassen sich aus Alt-Rädern bauen…keine Frage. Die Archillesverse sind DIE SPEICHEN.
Normale Fahrrad-Speichen sind so gebaut, daß der Fahrer sich in die Kurve legen kann. Schwerpunkt bleibt imm in der Mitte. Beim Lastenrad sind die Reifen aber starr und die Kräfte verteilen sich ganz anders. M.a.W. wirken in Kurven bisweilen (je nach Zuladung) enorme Kräfte auf die Räder und diese Fliehkräfte können dafür sorgen, daß das Rad einfach abknickt:

LÖSUNG:
- Entweder Moped-Räder (was aber schwer umzusetzen ist, da dann auch die Radaufhängung selbstgebaut werden muss)
- oder: alte Holland-Räder (dickere Speichen 2,3 mm +) verwenden
- oder: alte DDR - Autoanhänger umbauen !!! (HP 200/ 300/ 400)!

Alles andere sei zum Scheitern verurteilt, da normale Fahrrad-Reifen eben nicht für den Umbau zum Lastenrad und erst recht nicht auf hohe Gewichte eingestellt sind. Auf stabile Speichen und Felgen muss also unbedingt geachtet werden!

Lohnendes Portrait auf der Videoplattform Vimeo: Fietswinkel

Interview: Gudrun Walesch im Gespräch mit Thijl Klerkx


Thijl Klerkx nutzt für sein Unternehmen - „Farming the city“ ein Lastenrad.

Thijl Klerkx bakfiets.jpg

Ich (Gudrun Walesch) habe ihn nach Material, Gewicht, Platz, Stabilität und Erfahrungen gefragt.
Hier sind seine Antworten:

Nice to hear you are interested in cargo bikes in Berlin too.

The Thijl-bike was manufactured by De Fietsfabriek (dutch for the bicycle factory). De Fietsfabriek is one of the largest manufacturers of cargo-bikes and other purpose built bikes in the Netherlands. The frame is made out of some kind of steel, I'm not sure what kind exactly. The cargo area is made out of wood. The logo is printed on a sticker on the wood. I am not sure about the weight of the bike, I would say something around 50 - 70 kilo grams but that is just a rough guess. The bike can carry a maximum of 150 kilo grams, however with so much load, biking gets really heavy. With 75 - 100 kilo grams you are ok. The bike is very stable, because of the three wheels of which two are placed in the middle of the cargo area, the bike will not soon tip. However, when the bike is not loaded, corners should not be taken to fast. We unfortunately had one accident where the bike was empty and a corner was taken to quickly, together with harsh wind the bike tipped and rolled over twice. Fortunately the bike could be repaired quickly. The inside of the cargo area measures 121.5 x 80.5 x (around) 52 centimetres. The outside is 1 or 2 centimetres bigger. The bike has no engine, it's all pedal-power!

As said the whole bike including the box was built by De Fietsfabriek. If you have any further questions do not hesitate to ask. For more technical details about the bike and may be even pricing information you can also contact De Fietsfabriek. I expect Dave from De Fietsfabriek will be help you with that, you can e-mail him on defietsfabriek@gmail.com. Of course you can tell him I gave you his e-mailadress.

I hope this has been helpful, let me know if you have further questions.


Interview: Gudrun Walesch im Gespräch mit Dirk Brauer

Gudrun Walesch, Stiftungsgemeinschaft anstiftung & ertomis
Dirk Brauer, Kurierbetreuer bei messenger Transport + Logistik GmbH


Notizen vom 25.5.2011

Nach der Einschätzung von Dirk gehört den Bullits die Zukunft, die gibt es auch mit Elektomotor. In Berlin vertreibt u.a. Klara Geist(Lautsprechermanufaktur) diese Räder.
- Vorteil der Bullits: sie sind leicht (Alu), stabil und sehr wendig.
- Nachteil: Zuladungsgrenze ist bei 80kg, Höhe der Zuladung ist auf ca. 1 Umzugskiste begrenzt.
Die Kisten muss man extra kaufen, da gibt es verschiedene Versionen. Die Kisten werden angeschraubt. Die Elektro-bullits haben eine Reichweite von 80km (mit Akku) bei schönem Wetter. Von der Batterietechnik hängt ab, wieviel man wo zuladen kann und wie lange der Akku dann reicht. Geladen werden kann an einer normalen Steckdose, Stromverbrauch: „etwa wie ein Kühlschrank“.
Messenger kooperiert mit speed-e.me. Diese kaufen ein E-Bullit und messenger testet es für sie.

Messenger hat mit einem Porter begonnen: ein erdnaher kleiner Anhänger, der alle Bewegungen mitmacht, doch auf 20kg Zuladung begrenzt ist. Die Kuriere haben den Porter nicht angenommen (zu uncool).

Der Anhänger, den messenger dann entwickelte, basiert auf einem umgebauten Bollerwagen, der 100kg Lasten verträgt. Nachteil: viel zu schwer und dadurch zu anstrengend. Auch der Anhänger wird von den Kurieren nicht genutzt.

Einschätzung Dirk zum Lastenrad Long Harry: ist langsamer als ein Bullit und viel anstrengender zu fahren. Zuladegrenze: 100kg. Es gibt auch Long Harry, die mit Bleigelakku (?) ausgestattet sind. Man spart ein bisschen Geld, doch wiegt das Rad dann ohne Last 50 – 55kg. Chistiania Bikes sind auch schwer und nicht so wendig. http://www.christianiabikes.com/

Recht neu im Sortiment von messenger ist der Cruiser: eine umgebaute Rikscha mit E-Motorzuschaltmöglichkeit. Ab 27km/h wird der Cruiser gedrosselt, da er bis 27km/h noch als Fahrrad gilt. Das Gefährt ist ein überdachter an der dicksten Stelle 1 m breiter Dreiradbau, in dem man hinten bis zu 250kg zuladen kann.
Nachteile: das Fahren ist nicht ganz leicht, da man viel mit den Spiegeln fährt. Leute, die nicht Auto fahren, Brauchen eine Einweisung. Es kostet 12.000 Euro.
In München bekommt Rapid München einen Cruiser: http://www.rapid.de/

Für alle Lastenräder gilt – zumal, wenn sie von mehreren Leuten genutzt werden: Man braucht eine Werkstatt/jemanden, der sich mit der Reparatur und Wartung auskennt.

Zu den Kisten: Ein Freund der Leute von Klara Geist entwickelt gerade eine Kiste für das Bullit, die aufrüstbar ist. Z.B. für einen Handwerker mit Leiter und Werkbank.

Empfehlungen an uns:
- Eher einen Dreibeiner, da man da mehr Last zuladen kann und es uns ja nicht in erster Linie um Schnelligkeit geht. Es werden viele Dreibeiner produziert und verkauft.
- Man fährt besser, wenn die Last vorn dem/der FahrerIn ist
- Kiste sollte abnehmbar und austauschbar sein – der Porter hat z.B. ein Stecksystem
- In Berlin baut und verleiht ein Fahrradgeschäft in der Köpenicker Straße Christiania Bikes

Dirk ist interessiert an dem Thema und versucht zu einem der nächsten Treffen zu kommen.