Lastenradbau der Nachbarschaftsgärten Leipzig

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File:2013-07-24_LVZ_KolaRa_Lastenradworkshop.pdf


Lastenrad-Workshop vom 20.07 bis 21.07.2013

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der "siebfreak" enstand für das lastenradkollektiv kolara und wird in patenschaft der offenen siebdruckwerkstatt offensive unterwegs sein.

die konstruktion orientiert sich am bekannten christiania 3 rad prinzip. vorgegangen sind wir in starker anlehnung an die anleitung aus "einfälle statt abfälle / Lastenräder".

die rahmenkonstruktion besteht im einzelnen aus einem krankenkhausbettgestell für den rahmen vorn, einem schäbigen trekkingrad- hinterbau und teilen einer hollywood-schaukel. ein 50mm quadratrohr-rest aus dem fachhandel kam als verbindungs-dom zwischen hinterbau vorderem rahmen zum einsatz.

zu den anbauteilen. die lastkiste vorn rollt auf 20" rädern mit rollenbremse . das hinterrad wurde eigens im workshop aus einer gefundenen shimano 7gang nabenschaltung und einer besonders robusten (mal sehen obs stimmt..) 26" felge eingespeicht. die lastkiste erhielt siebdruckplatte in 12mm stärke als boden und wand. und natürlich weiterer schrott, weggeworfenes und geradegebogenes.

besondere merkmale dieser 3 rad konstruktion.

mit einer nutzbaren fläche von gut 1,20 meter in der breite zählt der siebfreak eher zu den 40tonnern unter den lastenvehikeln. wahl des rahmen materials (krankenhausbett..) verstärken diese tendenz weiter in richtung schwer, breit und belastbar.

daher versuchten wir besonderes augenmerk auf die uns bekannten neuralgischen punkte solcher 3räder zu legen:

die vorderräder werden insbesondere in kurvenfahrten stark belastet da sich ein 3rad nicht "in die kurve legen" kann. so viel die wahl auf die robuste 20" größe und wir griffen auf neues material zurück. beim hinterrad verhält es sich ähnlich, entscheiden uns für eine besonders breite und besonders neue felge für diese aufgabe.* die reifen der vorderräder werden stark belastet, breit und trotzdem für hohen druck (6-7 bar) geeignet müssen sie sein. im bmx bereich wurden wir fündig.

der neuralgischte punkt überhaupt scheint uns das "lenklager" zu sein.

viele komerzielle räder und auch die empfehlung aus "einfälle statt abfälle" verwenden herkömmliche fahrrad-lenklager. diese sind spätestens beim siebfreak aufgrund seiner breite und den damit verbundenen hebelkräften überfordert, würden viel wartung erfordern und in absehbarer zeit kollabieren.

das verwenden eines tretlagers als lenklager hat sich bister als guter kompromiss zwischen leichter verfügbarkeit aus schrott, geringer bauhöhe und guter belastbarkeit erwiesen.

um das tretlager mit dem rahmen der lastkiste zu verbinden verwendeten wir alte kurbeln. so konnten wir an der unteren kurbel die streben zur lastkiste verschrauben, die obere kurbel ist fest mit der kiste verschweisst. das tretlager bleibt bei defekt recht unkompliziert austauschbar.


einem rad mit der breite fährt es sich nicht nur sehr selbstbewusst auf der strasse, es neigt leider auch dazu unebenheiten auf jener strasse auf die lenkung zu übertragen und damit auf die fahrer_in zu übertragen. wir bemerkten einen enormen unterschied in der laufruhe zwischen beladen und unbeladen. es fährt sich voller last, ein lastenrad eben, eindeutig besser.

eine empfehlung hierfür: "lenkungsdämpfer". eine feder die, zwischen hinterbau und kiste gespannt, die kiste immer in die geradeausposition pendeln lässt.


  • es soll hier nicht der eindruck entstehen die logische konsequenz aus einem hohem anspruch an haltbarkeit und zuverlässigkeit mündet zwangsläufig beim neukauf von spezialteilen.

alles lässt sich recyclen und aus recycletem material bauen. wir hätten z.b. auch die vorderräder aus obsoletem material neu einspeichen können.

allerdings sind 20" hohlkammerfelgen auf dem schrott leider noch eine absolute seltenheit. ebenso naben mit rollenbrems-aufnahme. aber die warscheinlichkeit steigt mit jedem lastenrad welches den verkehr aufmischt.